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Angefüttert! Ausgelegt! Angebissen? Angelandet? PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Originalfuppe   

Keine Angst, ihr habt euch nicht verklickt. Dies ist kein Anglerboard. Es wird auch kein Vortrag, wie man am besten 6 Stück von den glitschigen, einem schnell aus den Händen gleitenden so genannten Punktfischen an Land ziehen kann. Schon mal von denen gehört? Schwer zu fangen, die Biester. Sollen die letzten ihrer Art sein in dieser Saison. Heiß begehrt in Deutschlands Bundes(liga)Gewässern. Alle wollen sie. Alle brauchen sie. Werden wir sie fangen?

Zum Angeln gehen hat man als Anhänger von Borussia Mönchengladbach derzeit eigentlich gar nicht die nötige Ruhe. Ich jedenfalls könnte mit meinen zittrigen, abgekauten Fingern in diesen Zeiten keinen Haken ans Vorfach knüppern. Keine Chance. Bei der Spannung. Man könnte die Geduld eines Anglers zwar brauchen, um die Zeit zwischen den Wochenenden halbwegs normal zu überstehen und nicht zu überdrehen, während man mit allerlei Zahlenspielchen den Tabellenrechner im Internet zum Glühen bringt. Keine Chance. Sobald man an Borussia denkt, geht die Post ab. Alles Andere ist Nebensache. Was wäre wenn?! Wir gewinnen! Die verlieren, dann sind wir 16. Die holen nix mehr. Oder? Die da können einen Punkt holen. Dann verlieren die am letzten Spieltag in Doofmund.  Klar doch. Allemal. Dann reicht’s für uns. Muss doch. Der kleine Mann im Ohr sagt, „und warum rechnest du dir nicht die schlimme Variante vor? Warum lässt du sie völlig außer Acht“? „Klappe zu! Daran will/kann ich nicht denken. So sieht`s mal aus.  

Obwohl, der Vergleich zwischen Angeln und Fußball passt eigentlich ganz gut. Beides Sportarten, bei denen die Nerven eine wesentliche Rolle spielen. Der Adrenalinschub bei Erreichen des Ziels, wenn eintritt, was jeweils die Hauptsache/der Witz am Ganzen  ist, kann ähnlich heftig sein. Aber auch die Enttäuschung. Wenn man den Fisch schon an der Angel hat, er dann aber kurz vorm Keschern noch mal alles gibt, sich losreißt, verschwindet und man am Ende mal wieder mit leeren Händen dasteht. (Heimspiel Stuttgart)

Oder wenn man die Brocken nur so im halben Dutzend aus dem Wasser fischt. Wenn jeder Wurm einen fetten Karpfen bringt. Wo es plötzlich egal ist, aus welcher Richtung der Wind kommt, ob Voll- oder Neumond ist.  Ob der Köder zu weit draußen ist, oder zu nah am Ufer liegt. Wo alles klappt. (Auswärts Leverkusen)

Und wie es dann bei den nächsten „Ansitzen“ völlig in die Hose geht, weil man glaubt, nach so einem Erfolg geht das immer so weiter. Weil man plötzlich anfängt, alles zu vernachlässigen. Schnurstärke, Rutenlänge, Gewässergröße und all die kleinen Dinge. Und vor Allem den Gegner, den Fisch. Da sitzt man dann und wundert sich, warum nichts beißt. Fährt jedes Mal mit so ner Schnauze nach Hause, bleibt Schneider, bringt keine Punkte mit und könnte am liebsten die Ruten verbrennen (diverse Niederlagen nach dem Leverkusenspiel).

Und plötzlich fängt man an, die Schuld woanders zu suchen. Plötzlich wird gesagt, „Na klar, der Ausbilder, bei dem ich den Angelschein gemacht hab, bei dem ich gelernt hab, der uns gesagt hat, wie es geht, der ist Schuld. Der muss weg. Der hätte uns das besser vermitteln müssen. Plötzlich sieht man neidisch auf die anderen Angler, die vom Rhein, ihr wisst schon, die man noch nie mochte, weil sie gefühlt schon immer mehr gefangen haben, als man selbst. Gegen die man zwar im direkten Vergleich, beim Wettangeln zweimal klar gewonnen hat, die aber insgesamt genau die 6 Fische mehr gefangen haben, welche uns noch fehlen. (FC K***)

Und plötzlich kommen auch noch die alten Anglerhasen, die schon vor 30 Jahren wussten, wie es geht. Die die legendären 5 Meisterfische präpariert an der Wand hängen haben, von denen wir schon so oft gehört und geträumt haben. Die wollten die ganze Zeit nicht rausrücken, mit welchen Tricks und Kniffen sie damals die ganz Großen überlistet und geärgert haben.  Blieben bisher immer unter sich. Einige. Nicht alle. Gott sei Dank sind ja auch ein paar auf dem Boden geblieben. Neulich erst war ein Klefferer Oldie bei uns zu  Besuch. Der hat nicht vergessen, wo er herkommt. Und der kann seine Leistung auch gut einschätzen. Er hat als alter Profi  so manchen Fisch vor dem Netz gestoppt. Aber das er damit nicht den Nobelpreis verdient hat, war ihm immer klar. Was hat er denn auch Besonderes getan? Er hat Sport getrieben. Hat gespielt. Ist keine 3 Schichten schuften gegangen. Monoton, am Band. Hat nicht bei Sonnenschein und 30 Grad im Büro gehockt. Solche wie ihn meine ich nicht, wenn ich von den Altvorderen spreche.

Ich meine die, die jetzt auf einmal über statt mit uns sprechen, wie leid es Ihnen tut, uns im Trüben fischen zu sehen. Das sie es nicht mehr mit ansehen können. Und wollen uns auf einmal belehren. Ausgerechnet jetzt. Wo wir doch gerade noch mal angefüttert haben, gegen Dortmund.  Und wo wir die Angeln dann erfolgreich ausgelegt haben, in Hannover. Wo der Fisch anbeißen kann gegen Freiburg, wenn wir an den richtigen Stellen fischen. Und wo wir ihn dann anlanden können, in Hamburg. Unsicher noch, zugegeben. Aber die andern Angler könnten Fehlbisse bekommen. Dann liegt es an uns, ob wir am 14. Mai den Klassenerhalt aus der Elbe ziehen oder zumindest noch 2 Mal den untermaßigen Fischen nachstellen dürfen. Denn auch in der Ruhr oder in der Pegnitz gibt’s was zu holen.

Kommen und wissen es ganz genau. Neue Angeln müssen her, sagen sie. Die ganz teuren, die mit den vergoldeten Schnurringen und den silbernen Rollen. Die es nur in exquisiten Spezialgeschäften gibt. Mit denen schon im italienischen Po oder im spanischen Ebro die ganz großen Welse gefangen worden sind. Garantiert!! Und bringen das Geld mit, geborgt erst mal. Aber gut geborgt. Keine Bange. Sagen sie. Wir haben genug davon oder kennen welche, die haben.

Dann könnten wir bald in den Euro – und Championsgewässern mitfischen! Na denn.

Es gab da mal einen sehr weisen, alten Angelspezi. War der Sohn eines Fregattenkapitäns. Hatte fast immer ne Pfeife zwischen den Zähnen. Hat sogar ein Buch geschrieben über die launischen Fische. Oder war es ne launische Diva? Egal. Der hat sich lieber im Hintergrund gehalten. So das die Fische ihn nicht gleich sehen konnten wahrscheinlich. Der hätte vielleicht gesagt, dass es nicht darauf ankommt, wie teuer eine Angel ist, sondern wie sie insgesamt funktioniert. Wie gut die Rollenbremse, die Abwehr eingestellt ist, ob sich die Rute verjüngt, je länger sie wird. Ob die Abstände zwischen den 11 Rutenringen stimmen. Ob sie flexibel genug ist, Druck auszuhalten. Und ob man die richtige Belastbarkeit gewählt hat. Je nach dem, was man fischen will.  Denn einer jeden Rute sollte man nur das Gewicht aufbürden, was sie auch zu tragen vermag. Wenn sie nur für 80 Gramm Blei ausgelegt ist, man ihr aber 800 Gramm anhängen will, dann kann sie das nicht tragen. Sie muss zerbrechen.

Lassen wir die ganz großen Fische vorerst schwimmen. Die fängt man nicht mal einfach so. Versuchen wir lieber alles, um die oben erwähnten 6 Punktfische noch zu holen. Denn dazu haben wir das Zeug. Das hat man gesehen. Ob wir dann in der nächsten Angelsaison, nach der Schonzeit, wieder in den B1-Gewässern mitmischen, werden wir sehen. Glück ist beim Angeln glaub ich manchmal, die Hauptsache. Oder wie mein Vater schon immer sagt: „Das Angeln und das Singen, das kann man nicht erzwingen“. Aber das gilt nicht für die letzten beiden Spiele. Zwingt es, Jungs. Wollt es. Vertraut euch. Ihr seid am Samstag an eurem „Hausgewässer“ und da kennt ihr euch aus.

Tut mir leid. Jetzt ist es doch ein Vortrag übers Angeln geworden, oder?

In diesem Sinne, Petri Heil.

 

Euer Original